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Donnerstag, 12. März 2015

Diebstahl beim Monarchen oder wie du dich auch in anderen Kneipen abziehen lässt!


Um es gleich klar zu machen, ich schreibe nicht von zu teuren Getränken oder überhöhten Eintritten. Dieses Ding heißt Kapitalismus. Und die moralische Diskussion dazu ist so alt wie das Ding selbst. Sie ist dazu müßig und führt zu nichts. Da müsste schon etwas Neues her, um da schlussendlich einen Strich drunter ziehen zu können. (Das Kapital lesen hilft womöglich!)

Nee, ich schreib hier einfach, wie ein Typ in die Kneipe kommt, deine Blödheit ausnutzt, um an scheinbar schnelles Geld zu kommen. Aber ich bin hier auch nicht derjenige, dem so etwas nicht passieren kann. Ich bin einfach meistens allein unterwegs und habe Zeit mir die Leute und ihr Zusammenleben anzusehen. Ich bin aber auch nicht der Mond, falls sich noch jemand an den Song von Rocko Schamoni erinnern kann. Ich kann auch nicht sagen, dass es immer so und nur so abläuft. Ich beschreibe einfach nur, was ich glaube, gesehen zu haben.
Du warst schon mit deiner Clique da. Ihr habt euch englisch miteinander unterhalten, habt getrunken aber wart vor allem mit dem Spiel mit den bunten Federn beschäftigt. Das Spiel, was nur noch in den besten Momenten an eine Poussade erinnert und eher dem prinzipiell geschädigten Selbstwertgefühl dienen soll, als jemand anderes zu schmeicheln.
Eure Taschen habt ihr unter eure Stühle und den Tisch abgelegt. Was ich besser finde, als damit die ganze Zeit rum zu latschen oder sogar noch mit den umgehängten Taschen zu tanzen. Aber eigentlich geht mich das auch alles gar nichts an. Jedenfalls sollte es das nicht. Ich sollte in mein Glas schauen und warten bis ein Track kommt, der mich zum bewegen meines Körpers motiviert.
Irgendwann kommt der Typ rein, der euch abziehen will oder wird. Seine Klassenzugehörigkeit sieht man ihm genauso an, wie euch. Aber ich umschreibe es mal folgender maßen, ihr habt als Kinder nicht im gleichen Sandkasten gespielt. Mit großen Schritten durchmisst er den Raum, eigentlich in alle Richtungen. Er lacht, tritt mit jeder Person im Raum mindestens einmal in Augenkontakt. Er klopft mir tatsächlich wohlwollend auf die Schulter. Aber ich weiß nie auf solche Gesten zu reagieren, also tue ich gar nichts.
Begleitet wird er von einem Mädchen, die den ganzen Abend nicht einmal lachen wird. Sie ist genauso rausgeputzt wie du und die Leute in deiner Clique. Aber doch auch wieder anders, von allem trägt sie etwas mehr auf. Er kauft sich und seiner Begleiterin ein Getränk oder gibt sie das Geld für die beiden Jever? Sie setzen sich nicht abseits, sondern in die Nische, die auch von den meisten anderen Gästen benutzt wird.
Er holt sich Feuer an einem Nachbartisch. Dabei wirft er sein Bein um das Bein desjenigen, der ihm Feuer geben soll, und tanzt ihn an. Er lacht, der der ihm Feuer geben soll, nicht so sehr. Aber diese Situation ist mit dem entzünden der Zigarette auch schon beendet. Nur eine der Merkwürdigkeiten, der man Berlin so gerne nachsagt. Nicht merkwürdig, weil ein Mann einem anderen Mann das Bein überschlägt und ihn antanzt. Sondern weil diese Geste nicht vermittelt ist. Außer vlt. von dem Berlin Mythos, das wir alle eine Gemeinschaft bilden und hier ne krasse Zeit verleben.
Das gegensätzliche Paar sitzt der entgegengesetzten Gemeinschaft, mit der du den Abend verbringst, gegenüber. Irgendwann greift er rüber und zieht an deiner Tasche so, als würde er seine eigene zu sich rüber ziehen. So steht deine Damenhandtasche zu seinen Füßen, zwischen seine Beine geklemmt. Er nimmt sich seine Jacke oder die seiner Freundin. Die Jacke liegt über seine Beine bis zum Boden, so als würde er gleich gehen wollen. Bevor er sich runterbeugt und seine Hand in die Tasche gleitet, gehe ich doch rüber und spreche ihn an.
Ich hasse das, mich in andere Angelegenheiten einzumischen. Ich bin kein Bulle, will keiner sein und auch nicht spielen. Die Bullen sind nicht so meins. Sie tun so, als würden sie unser Eigentum schützen und den Verkehr regeln. Aber eigentlich geht’s um das Eigentumsrecht allgemein und das der Produktionsgüter im speziellen. Und ja, der Satz klang schon während des Schreibens abgedroschen. Aber die Gegenwart beweist ihn doch Tag für Tag.
Er lacht mir ins Gesicht und fragt mich während dessen, ohne das ich ein Wort davon verstehe, was ich für ein Problem habe. Oft verstehen wir unsere Gegenüber nicht, wissen aber doch ganz genau, um was es ihnen geht. Da er so blöd tut, muss ich dich und deine Clique doch ansprechen, ob die Tasche jemand von euch gehört. Euch gegenüber tut er unwissend. In eurer Gruppe gibt es diesen kurzen Moment der Aufregung. Was euch aber nicht dazu nötigt, mit ihm oder mir ins Gespräch zu treten. Jemand von euch nimmt die Tasche. Die Mauer geht wieder hoch, ohne das ihr ein Wort gesagt habt.
Ich will schon wieder gehen und sage ihm aber dann doch noch, dass es vielleicht besser ist, wenn er jetzt gehen würde. Aber nicht meinetwegen, das möchte ich hier hinzufügen. Ich glaube einfach, sein Verharren würde auf größeren Stress hinaus laufen, als notwendig ist. Okay, Stress brauche ich auch nicht. Also habe ich es auch ein bisschen für mich getan.
Tatsächlich nimmt seine Freundin ihren Mut oder vielmehr allen Stolz zusammen, und fragt mich, was ich von ihnen wollte. Es ist so bitter, welche Verrenkungen das (schlechte) Gewissen macht, um sich selbst zu befrieden. Ich muss keine großen Erklärungen machen. Ihr Freund gibt ihr zu verstehen, dass es okay sei und es besser ist zu gehen. Beim gehen kommt er natürlich noch einmal zu mir. Wobei es ihm vielleicht dieses Mal tatsächlich eher um sein Selbstverständnis geht.
Er lacht immer noch, er hat die ganze Zeit gelacht. Wenn auch nicht immer mit den Augen. Aber ihm vergeht vermutlich ohnehin das Lachen erst, sollte er einmal sein Gesicht verlieren. Aber mir ist sein Lachen lieber, als die Angst dahinter. Ich sage ihm einfach, das ich ganz genau gesehen habe, was er gemacht hat. Er kann das anerkennen und sie gehen. Sie kommen aber noch einmal zurück, um ihre beiden Getränke zu holen, welche sie bei ihrer Sitzgelegenheit stehen gelassen hatten. Dann gehen sie wirklich.
Vermutlich hätten sie euer Geld mehr verdient als du und deine Clique. Aber irgendwie haben sie sich auch blöd angestellt. Vielleicht aber auch nicht und an diesem Abend sind tatsächlich noch Sachen verschwunden. Möglicherweise von anderen an sich gebracht. Aber ganz sicher sind auch dieses Mal wieder alle diejenigen Sachen passiert, die sich unsichtbar vor unseren Augen vollziehen. Die uns dazu nötigen dem Schotter nach zu rennen und dabei Strecken zu überwinden, die gar nicht notwendig wären, um unsere beschissene Existenz zu sichern.

(Für diesen Artikel waren 4 1/2h unbezahlte Arbeit notwendig)

Mittwoch, 11. März 2015

Fluchtgeschichten Europa

Im Guardian ist eine interessante Fluchtgeschichte über afrikanische Student_innen erschienen, die aus Portugal nach Frankreich fliehen mussten. Viele der Student_innen schlossen sich später den Antikolonialen Kämpfen an, soweit sie nicht ohnehin schon Symphatisanten der Bewegung gewesen sind. Später übernahmen viele der Protagonisten öffentliche Ämter, was nicht weiter verwundern muss. Interessant, wenn auch nur in einem kurzen Absatz hinzugefügt, einige der Freundschaften zerbrachen später an Auseinandersetzungen unterschiedlicher politischer Flügel. Das ist nicht interessant in Bezug auf diese besondere Gruppe, sondern bezüglich des Mythos, das sich militärische Auseinadersetzungen auf Grund informeller Beziehungen verhindern ließen. Leider ist dies nicht der Fall, wie die Geschichte viel zu oft bewiesen hat.

Dienstag, 14. Januar 2014

Und weiter die Theorie De:Bug, Marshall MacLuhan und Leistungsgesellschaft



Es schadet nicht, sich mit heutigen oder auch vergangenen Ideologien auseinanderzusetzen. Und ich will hier kurz ein paar Vorlagen aufgreifen und weiterstreuen, denen ich den letzten Tagen begegnet bin. 
Zunächst ein Interview mit Lars Distelhorst beim Deutschlandradio, zu seinem Buch: Leistung – Das Endstadium der Ideologie. (transcript) Im Interview stellt Distelhorst erst einmal nur den ideologischen Charakter des Leistungsbegriff heraus. Zwischendurch kann der Eindruck entstehen, als würde diese Ideologie für sich selbst existieren und wenn das schon nicht, dann zumindest für alle Menschen ein bisschen. Moderation und Distelhorst stellen gemeinsam fest, dass die Welt nicht mehr in gutes Proletariat und böses Kapital getrennt werden kann und jeder sich wie ein Kapitalist verhalten muss. Das man aber im Kapitalismus gezwungen ist, selbst wie ein Kapitalist zu handeln, ist weder neu, noch kann es als ein Zeichen einer grundlegend neuen Ideologie herhalten. Dass die Mensch fortwährend zur Leistungserbringung gezwungen sind und dies in einen scheinbar größeren Maße als vorherige Genrationen (was berechtigter Weise bezweifelt werden kann), könnte auch als Verunsicherung durch die Umstrukturierungen der globalen Arbeitssphären gelesen werden. Vor allem interessant fand ich dagegen das Ende des Interviews, wo Distelhorst sagt, dass die Gesellschaft kein Thema mehr hat, die Nichts von Bedeutung verhandelt. Warum darauf mit einer intellektuellen Bescheidenheit reagiert werden muss, erschließt sich mir nicht ganz. Er meint dies wohl vor dem scheitern der vergangenen Ideologien. Ich denke an Marx führt keine Wurst vorbei. Ob gewollt oder nicht, da muss man sich durchbeißen. Jedenfalls dann, wenn man ein genaueres Verständnis von Kosten und Nutzen der etablierten Ideologien haben möchte.

Auch die De:Bug hat die gute Tante Karl Marx bei ihren Überlegungen zu den fundamentalen Kränkungen bei Seite gelassen und sich mit Freuds Reduzierung zu frieden gegeben. Denn selbstverständlich stellt Marx Theorie eben eine solche Kränkung des modernen Selbstverständnisses dar, wie der Feminismus und Elfriede Jelinek etwas später. Seis drum, die De:Bug zeigt ganz gut, das Sascha Lobos seine eine Kränkung selbst nicht verstanden haben kann, wenn er jetzt hofft und verkündet die neue Medizin wird es richten. Schade nur, das Sascha Kösch eben auch nur in den Grenzen des Nationalstaats und damit dem Bestehenden träumt. Das ist jedenfalls anzunehmen, wenn die Technologie zur (legitimen) fünften Macht im Staate erhoben wird. Trotzdem kann man an seinem Artikel sehr lange rumdenken und tatsächlich ist das heute schon eine Leistung an sich. Bespw. was fundamentale Kränkung bedeutet und diese anzunehmen etc.

Zuletzt und das geht auf einen Hinweis auf Doc Ullmann zurück, eine Veranstaltung in der kanadischen Botschaft zu Marshall McLuhan: transmediale Marshall McLuhan Lecture 2014 mit Douglas Coupland. Das ganze findet am 28.01. 2014 um 18.30h statt. Ich muss zugeben das sich mir der Umstand, dass das Medium die Botschaft sei, sich mir nie wirklich erschlossen hat. Also eine gute Gelegenheit sich mit dessen Arbeiten auseinander zu setzen.

Montag, 4. November 2013

Klingende Projektionen

Patriotismus ist keine gute Sache, auch wenn man ihm hier und dort ästhetische Qualitäten abgewinnen kann. Genauer gesagt beziehe ich mich auf Projektionen von Künstlern, die sich des patriotischen Vehikels bedienen. Denn nationale Ästhetiken existieren nie für sich (auch wenn das von den jeweiligen Künstlern und Politikern bestritten wird), sondern sind nicht weniger oder mehr als bloße Konvention.
Abseits der sehr schön anzusehenden patriotischen Folklore in dem Video, sollte man durchaus zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei dem Video um eine Arbeit handelt, die durch und durch der Moderne verpflichtet ist. Das fängt beim Schnitt an, geht über das verwendetet Instrumentarium und schließt damit, dass das Geschehen auf verschiedene Handlungs- und Zeitebenen verteilt ist. Also alles gestalterische Mittel der Moderne. Man muss nicht den Umkehrschluss machen, dass deshalb auch der Patriotismus ein Projekt der Moderne ist (wozu ich tendiere). Aber zumindest kann zur Kenntnis genommen werden, welchen pragmatischen Umgang der Patriotismus zu den Mitteln der Moderne entwickelt(?) hat.
Auch bringt das Video den Beweis, das man ganz unproblematisch Socken zu Sandalen tragen kann.
Am Anfang schwächelt das Video ein bisschen, nimmt aber dann sehr schnell Fahrt auf.
Viel Spaß.

Zum weiterlesen bezüglich der lokalen Musik. Eins, zwei.

Tag der Selbstoptimierung

Tatsächlich treffe ich mich in unregelmäßigen Abständen mit Freunden, um meine und ihre Arbeitsfortschritte zu besprechen und letztlich auch zu bewerten. Nahziel kann natürlich nur sein, von einer Abhängigkeit in eine angenehmere Form dieser zu kommen. Was für mich unter anderem bedeutete neue Prioritäten festzulegen. Den bloggen allein macht auch nicht glücklich. Was aber nicht bedeutet, das ich mich um meine Blogs gar nicht gekümmert hätte. Vielmehr habe ich zunächst versucht, die Optimierungsabsichten voran zu treiben. Bisher mit mäßigen Erfolg. Aber es ist zumindest etwas auf den Weg gebracht, was die Aktivitäten hier verstätigen helfen soll.
Ich bin gespannt und versuche euch hiermit schon ein bisschen neugierig darauf zu machen.
Aber als allererstes und das kommt bei mir meist zum Schluss, möchte ich auf ein Feature um 19.30h hinweisen, das beim DLR läuft. Es heißt Herr und Knecht in einer Person. Und in der letzten De:Bug gab´s einen Schwerpunkt unter dem Titel Volkssport Selbstoptimierung. Mit dieser Häufung von Themenbeiträgen, ist noch nicht bestimmt wofür diese konkret ein Zeichen sind. Sondern lediglich kann abgeleitet werden, das sich eine Transformation in einem bestimmten Bereich (der bisher zu unklar definiert ist) vollzieht. Der Beobachtung ist dies Phänomen aber allemal wert.
Deswegen heute meine Tipps zur Selbstoptimierung. Hört Radio, lest Zeitung.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Dem Arbeitsamt in die Suppe spucken

Wundert einen das Verhalten der sogenannten Arbeitsagentur? Natürlich nicht. Auch nicht, wenn sich deren Aktivitäten, wie in einem Fall kürzlich, gegen die eigene Mitarbeiterin richtet. Mehr dazu kann man hier lesen. Ich bin nicht wirklich davon überzeugt, das Petitionen im allgemeinen oder speziellen, etwas nützliches bewirken. Aber anderseits ist die Idee den ungeliebten Plumpser der Arbeitsagentur zukommen zu lassen auch irgendwie charmant. Wer also nicht Angst davor hat, dass Vater Staat sich alles merkt und denen die zu häufig nörgeln auf die Finger haut, der hinterlässt seinen guten Namen in der untenstehenden Petition.

Freitag, 3. Mai 2013

Erster Mai, in Berlin.

Der erste Mai ist ein bisschen wie Silvester. Man macht es nie richtig mit dem was man macht. Das widerum können nur Leute denken, die von dieser Welt mehr erwarten, als das was eben jene Lebenswelt so im allgemeinen und den allermeisten Fällen zu bieten hat. Man muss schon knallharter Linksradikaler sein, vlt. nicht um ins Zweifeln zu kommen, aber um darin einen Moment zu verharren. Den Zweifel Quasi zu zu lassen. Wow, das habe ich jetzt so geschrieben, dass ich der coole linksradikale Einzelgänger bin und der oder die Leserin vermutlich nicht. Aber zumindest erstes ist ja gar nicht so.
Aber um´s noch einmal festzuhalten: als linker Mensch, der Sorte ich es bin, steht man in einem Dilemma.
Weshalb? Zum einem halte ich die Praktixisform der Demonstration für ungeeignet, um über eine reine Selbstvergewisserung der linksradikalen Gruppenidentität hinaus zu kommen. 
Die Demonstration war (ist?) ja eigentlich eine Methode gewesen, bestimmte Positionen in eine Gesellschaft zu tragen, die – aus welchen Gründen auch immer – von den Argumenten linker Kritik abgeschnitten ist. Ich argumentiere hier nicht dermaßen, das sich mit den heutigen Informationswegen der Protest auf der Straße erübrigt hat. Meines Erachtens nach ist es einfach um ein vielfaches unklarer geworden, welches eigentlich das Subjekt ist, an das sich die (unsrige) Kritik richtet. Früher war dies das Proletariat. Keine Frage. 
Dazu kommt, dass der Rahmen innerhalb der diese Kritik ausgeübt wird, selbst viel zu sehr von allen möglichen Bestimmungen und Zuschreibungen überlagert ist. Nicht selten durch das Verhältnis von der Exikutive des Staats und uns linken Demonstranten.
Der zweite Aspekt meines Dilemmas ist es natürlich, dass der Veränderung der herrschenden mit bloßem Zynismus oder sogar Teil­nahms­lo­sig­keit auch nicht auf die Sprünge geholfen werden kann. Und schon gar nicht wird Veränderung durch den Einkaufswagen herbei geführt, wie erst neulich wieder während der Tagesthemen, anlässlich der Ereignisse in Bangladesch, behauptet.
Also bin zumindest ich, mittlerweile schon Vorgestern, erst einmal zur Unangemeldeten Demonstration um 17h am Mariannenplatz gegangen.
Dies war aber nicht mehr oder weniger eine Aktion um vlt noch die eine oder den anderen auf dem Maifest zur 18h Demonstration zu locken. Das Tempo der Demo war übrigens enorm, so dass man nicht mehr wahrnehmbar als Demonstration um 18h am Lausitzer Platz ankam. Das beeindruckenste an der 18h Demonstration war dann auch ihre Größe. Was an Inhalt und Form rüberkam, dürfte nicht über den Durchschnitt jeder anderen Anti-Kapitalistischen Demonstration hinaus gegangen sein. Über die Solidaritätsadresse an die besetzten "palästinensischen" Gebiete war ich noch überrascht. Aber ich hab ja einen starken Magen. Der zweite Gewerkschaftler aus Griechenland war noch relativ informativ. Die Nachrichten aus der Türkei waren nicht zu verstehen, außer das es mindestens eine oder einen Toten gibt. Worüber man in der Tagesschau aber auch den Blättern die ich gestern überschaut habe, nichts berichtet wird. Es gibt also nach wie vor Informationen, die uns vorenthalten werden :-o
Ich bin bis zur Köpi mitgelaufen und dann zum Mai Fest abgedreht. Nicht das es mich dort unbedingt hingelockt hätte aber ins Regierungsviertel zu latschen, hat sich mir beim besten Willen nicht erschlossen. Hätte ich mein Fahrrad parat gehabt, vlt. wäre ich dann dran geblieben, nur um meine eigenen Vorurteile zu prüfen. Aber so keine Chance.
Das Mai Fest ist aus vielerlei Gründen eine Qual. Es zieht, wie beabsichtigt, Leute von politischen Demonstrationen ab, jeder versucht nur ne schnelle Mark zu machen, der Feruch von schwarz verkohlten Fleisch liegt in der Luft und zumindest an der Bühne wo ich Strife gesehe habe, stank es nach Pisse und Bier. Ab und zu der Qualm eines Joints. Ich habe eigentlich mit keinem der Sachen wirklich ein Problem bzw. bin darüber verwundert, aber in der Massierung. Wow, schon krass das sich die Leute wohl fühlen eng gedrängt in einem Scheisshaus zu feiern. 
Ich finde so Block Partys auch cool, wichtig und auch politisch. Nichts wäre mir lieber, wenn alle paar Wochen der Kiez auf der Straße sitzt, mit mitgebrachten Getränken, Musik hört und ne ruhige Kugel schiebt. Die Autofahrer können einem am Arsch lecken und die Arbeit am kommenden Tag auch. Aber das ist ja schon Utopie. So kommt die Lockerheit nur als Behauptung in die Welt und gerät in ihr ganzes Gegenteil. Und genau in diesem Gegenteil ist zumindest die Anfangsdemonstration längst unter gegangen. Sie ist längst untergegangen, in der Realität oder auch mal Hoffnung oder Stolz, ein kritischer Gedanke ließe sich in einem Feiertag würdigen oder weiter tragen. Da wo nicht die bare Münze rausgeschlagen wird, nutz das Proletariat die verordnete Freizeit, die Resource Arbeitskraft zu erneuern oder erledigt die Arbeit die im Haushalt liegen geblieben ist.
Ich habe dafür Verständnis, der Druck auf die Gesellschaft ist um ein vielfaches gestiegen und die Gewerkschaften fordern nur mehr den Erhalt der Arbeitsplätze, entgegen ihrer behaupteten Solidarität, mit welchem Ausland auch immer. Das alles ist nichts neues.
Aber ich hoffe das es Kreise in der radikalen Linken gibt, wo dies diskutiert wird. Beispielsweise an einem Tag vor oder nach dem Ersten Mai den Geldsäcken die Arbeitskraft zu entziehen. Wo also nicht die gegenseitige Konkurrenz durch eine gesamtgesellschaftliche Verabredung "ausgesetzt" scheint. Auch kann die radikale Linke überlegen, wo und für wie lange sie ihr ehrenamtliches Engagement dem Staat entzieht. Dies vor allem um den Menschen zu bedeuten, welche Position ihnen zukommt, wenn sie sich nicht um ihren Scheiss selber kümmert. Die Linke war schon immer da am schwächsten wo sie sich paternal oder quasi religiös helferisch geriert. 
Strife waren übrigens auch nicht der Hit, bis auf die eigenen und Rise Above von Black Flag. Ansonsten alt bekannte Hardcore Plattitüden, von wegen unity usw. Inklusive Bier Fontainen aus der Crowd. Andererseits gab´s auch Ansagen das Sexismus gar nicht geht und Homophobie auch nicht cool ist. Immerhin. Habe auch lange nicht mehr so häufig das Wort "fuck´ing" gehört. haha. Und musikalisch konnte ich da schon immer noch mitgehen.
Zu H2O bin ich nicht mehr geblieben. Bin später dafür noch zum Noiseanschiss im Lauschanpfiff mit verhaltenen Resultaten. Am besten war noch das Set von ZFE mit ordentlich Jungle- und HardcoreTechno Parts. Vmtl. fgnugn ging auch in Ordnung. Tendenz IDM und das "live". 
Zum Abschluss noch n Bild von Strife´s
Rick Rodney (selbst heute Fotograf)

Donnerstag, 7. März 2013

The Psychopathologies of Cognitive Capitalism: Part 2

christiane-schuetz
An Reihen, Kongressen und Editionen scheint derzeit keinen Mangel zu herrschen. Über den reflect Verteiler habe ich um die therapeutischen Bemühungen gehört, die sich mit der Psychopathologie des kognitiven Kapitalismus beschäftigt. Der dreitägige Kongress beginnt ebenfalls heute. Den ersten Teil gab´s in L.A. Und dieser fand wohl unter dem Dach des Goethe Instituts statt. Allgemein scheint es um die Bestimmung der alten Welt mit neuen Begriffswerkzeugen zu gehen. 
Auf der Webseite ist das folgendermaßen nachzulesen:
"An international array of philosophers, critical theorists, media theorists, art historians, architects, and artists will discuss the state of the mind and brain under the conditions of contemporary capitalism, in which these cognitive apparati have become the new focus of labouring."
Es geht also um nicht weniger als die globale Welt unter dem Vorzeichen des Wandels von der Industrie zur Informationsgesellschaft. Ich habe das mal kurz hier in einem Paper nachgelesen, um das Thema irgendwie einordnen zu können. Ich glaube bei der Bestimmung dieser Begriffe sollte dieses mal vlt vermieden werden, einen alt zu "westlichen" Blick zum Maß der Beschreibung von Entwicklungstendenzen anzulegen. Nur weil sich die Industrieproduktionen verlagert haben, sind sie nicht von der Erde verschwunden. Das der Austragungsort dieser Diskussion L.A. und Berlin ist, macht aber eine Zuspitzung oder Dringlichkeit der Debatte erklärbar. Umso interessanter, dass im Programm dann trotzdem Gedanken der Postkolonialen Studien hineinzureichen scheinen. Siehe unten.
Aber für mich macht die Veranstaltung die Frage nach der zu investierenden Zeit noch einmal dringlicher. Vlt erscheint dies als ein Luxusproblem, von wegen, dass man gar nicht weiß wohin vor lauter Möglichkeiten in Berlin. Aber hinter dem allen taucht doch immer wieder die Frage auf, was kann ich mir leisten? Zeitlich und monitär. Aber auch welches Wissen sich in der Informationsgesellschaft bezahlt macht und sei es nur um diese adäquat zu kritisieren.
Also wenn ich Zeit hätte, wäre ich den folgenden Veranstaltungspunkten nicht abgeneigt:

Heute gibt´s um 19.30h
        Mental Quilombos in Production of Value. Flights and Counter-Forms of Mania Under Cognitive Capitalism in a Postcolonial World

Freitag 13.30h
             The Only Place to Hide? Sleep in Cognitive Capitalism.

Freitag 18.30h
            “All of us go a little crazy at times”: Finance and Fiction in a State of Generalized Psychosis
Samstag 11h
           Art and Praxis: Metastability, Legibility, Situatedness
und Abends dann das Buchrelease zur ersten Veranstaltung und einen "Round Table"

Das komplette Programm gibt´s hier. Eintritt ist frei.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Aus den Wohnungen, auf die Strassen!

Irgendwie ist es wirklich deprimierend, dass man immer noch gegen so eine Scheisse protestieren muss. Und genauso deprimierend, dass wahrscheinlich wieder nur die kleine Klasse von Linken, politisch Bewegten, gegen die Scheisse in Vertretermanier protestieren muss. Irgendwie wär´s vlt. auch mal Zeit für einen Streik der Bewegten gegen die Trägheit. Die eigene und die vom deutschen Michl. Ich hoffe, dass ich mich bis morgen 7h ein bisschen mehr motiviert bekomme, als ich es jetzt bin. Es lebe der Krampf.

Dienstag, 24. Mai 2011

Auch Südamerikaner träumen

vom großen Treck. Doch an diesen Traum dürfen sie nicht teilhaben. Dafür sorgt die Gedankenpolizei.
Gab es nicht einen ähnlichen Aufbau bei der letzten Documenta?

Mexican authorities said they found and detained more than 500 illegal immigrants from Central America and Asia who were crammed inside two tractor-trailers heading toward the United States on Tuesday. (Link)

Samstag, 19. Februar 2011

Zeit für etwas Kulturpessimismus - Winston Smith

Auch wenn mich die Erzählungen von Gorge Orwell berührt haben und ich selbstverständlich 1984 gesehen, gelesen und gehört habe – ich bin kein Orwell "Fan" (mehr). Denn was man dort und von ähnlichen Leuten geboten bekommt, ist nicht viel mehr als Kulturpessimimus. Unsere Zeit ist alles andere als gut oder gar Hoffnungsvoll. Aber Kulturpessimismus/Relativismus ist das ganze Gegenteil einer angemessenen Kritik. Vielmehr ist es geboten die Enttäuschung über die emanzipativen Bestrebungen oder auch der Gesellschaft an sich (Kann man das von einander trennen?) vorweg zu nehmen.
Ich glaube im ersten Bild von Winston Smith ist diese Kritik nicht enthalten, sondern agiert noch ganz unter dem Orwellschen Komplex. Winston ist der Gestalter von sehr vielen Dead Kennedys und Alternative Tentacles Veröffentlichungen. 
Was aus der Orwellschen Sicht vlt positiv entnommen werden kann, ist die Des-Illusionierung darüber, wie National Staaten reagieren, wenn sie ihre vitalen Interessen gefährdet sehen. Egal wo auf dieser Welt.

Ich glaube, ich hatte es neulich schon geschrieben gehabt, wie großartig ich die Arbeit von Jenny Holzer finde. Das war auch schon im Dezember 2009 so. Damals kannte ich aber die Quelle des Fotos noch nicht. Holzers Idee hinter dieser Arbeit geht auch über den Inhalt des Satzes weit hinaus. Das sei hier nicht verschwiegen. Und statt Sprüche zu klopfen, könnte ich mich sicherlich auch noch intensiver damit beschäftigen. Sei es drum. 
Hier das Holzer Foto, dass ich meine.
Und wer ist schuld an diesem erneuten Post. Klar die Dame aus Österreich von Hello Vagina.
Dort war das folgende Gif zu sehen. Die ganze Aktion, wurde bei einer Demonstration letztes Jahr in Berlin aufgenommen. Ich glaube es war Berlin. Hat dann kurze Zeit für Aufregung gesorgt und das wars. Daran kann man mit diesem Gif sicherlich erinnern. Noch interessanter wäre aber ein Interview mit dem Polizisten. Vielleicht zum Thema Versteckte Schamgefühle in Arbeitskollektiven.
Vlt mit Alexander Kluge.

Was in diesem Gif nicht gezeigt wird, ist der Entscheidungsprozess des Polizisten. Es gab nämlich tatsächlich ein Moment des Innehaltens, dessen furchtbares Resultat dann hier zu sehen ist. Ihr meint vlt, dies macht kein Unterschied. Und im Resultat ist das richtig. Aber nicht für das Verständnis der Situation.
Denn die Differenz verweist auf die Quelle dieses Gewaltausbruchs, die sich besser strukturell als personell (dem menschlichen Charakter) erklärt werden sollte.
Ja, irgendwann sollte ich das noch genauer ausführen.
Aber warum nicht du.

Mittwoch, 26. Januar 2011

always time for that

Via Ned!

Ja, dafür sollte man sich immer die Zeit nehmen. Wahrscheinlich ist die Reminizens an Woody Guthrie überdeutlich. Aber dafür muss man den guten Woody auch kennen. Am Inhalt ändert das selbstverständlich nichts.
Watch the song.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Forest Swords - Glory Gongs


Bei Parallaxe gabs kürzlich auch wieder etwas sehr schönes zu entdecken. Eben dieses nette MusikVideo hier oben. Ist bestimmt auch nicht das erste mal, dass ich etwas von denen übernehme. Zumindest verfolge ich das Geschehen auf diesen Blog schon länger. Ist eine Mischung aus linker (antideutscher?) Politik aus dem Nordosten von Deutschwurstland, mit einem Faible für elektronische Musik. Ja ich glaube das kommt schon so hin. Übrigens gibts dort auch den Remix von Heron und Jamie XX auf die Ohren und die Augen, den ich aber nicht so gut fand. Das nur nebenbei. Auf jedenfall gibts da Überschneidungen zu den Geschichten hier. Würde ich jedenfalls behaupten. Deswegen quasi ein Repost. Fällt aber auch nicht schwer, der Track ist wirklich schön und minimal ohne Minimal zu sein. Bei dem Video musste ich auch staunen. Es scheint über die Jahre einiges Wissen über Jugendliche verloren gegangen zu sein. Damit meine ich nicht die vereinfachte Handlung in diesen Aufklärungsfilm, sondern die Kenntnisnahme über kohärente Handlungsketten an sich. Das kann jetzt wieder entdeckt werden. Viel Spaß und Gute Nacht.
Achso vlt das hier noch zur Widerholung. Transmitter ist eine Ausstellung in Berlin von einem sehr guten Freund, der auch noch zufällig an diesem Blog mitbastelt. Der gute Steffm aka Lord Ulli. Wer sich in Berlin aufhält, unbedingt hingehen und auch ein Bildchen kaufen.

Forest Swords!

Sonntag, 17. Oktober 2010

Harald Welzer über die Verschränkung von Moral und Gewaltverbrechen

(Foto der Zeitschrift Internationale Politik)

Ich habe nachgeschaut, es ist fast fünf Jahre her, dass Harald Welzer an der Bremer Uni seinen Gastvortrag gehalten hat. Auf der Uni Seite liest sich das wie folgt:

Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus spricht Prof. Dr. Harald Welzer (Kulturwissenschaftliches Institut Essen) über "Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden". Veranstalter: Universität Bremen, Rektorat 

Ich hab damals meinen MD-Player mitlaufen lassen. Ich muss zugeben, sonderlich oft höre ich die Aufnahme nicht. Zum Einen ist die These relativ griffig, zum Anderen ist die Aufnahme leider nicht sonderlich gut. Es wäre super gewesen mein Gerät irgendwie an Sprechanlage zu bekommen. Aber für solche Abenteuer fehlt mir der Elan und bestimmt auch die Dreistigkeit. Wer sich den Vortrag anhören möchte, muss also mit dieser Einschränkung leben. Belohnt wird man dafür mit einen sehr kurzen und kompakten Überblick über die Moral, als eine quasi Vorraussetzung für Gewaltverbrechen (bzw. ihrer Selbstlegitimation). Am Anfang muss man sich vlt noch durch die Vorrede der Konrektorin skippen aber dann regnet es kluge Gedanken. Ich denke ja, je schlüssiger die Argumente sind, desto schwerer ist/war es da hinzukommen. Es ist sicherlich interessant eine Art Ideengeschichte dazu zu rekonstruieren. Aber ich mach das nicht. Denn entweder ist es jetzt Zeit auf den Flohmarkt zu gehen oder ins Bett. Ich bin da noch unentschieden. Aber ich hab wieder einen kleinen politischen Fleck auf diesen Blog hinterlassen können. Hier der Link zum Vortrag.

Montag, 4. Oktober 2010

Kleiner Bild Ton Nachtrag zur antinationalen Demo vom vergangenen Samstag

I Only Know What I Know Now- James Blake by Anorak London
Genau, ich war einer derjenigen, die am 2.Oktober nicht gegen den 3.Oktober – aber gegen den deutschen National Feiertag demonstriert hat. Nein, ich trauer der DDR nicht hinterher. Institutionen wie Staat und Nation zu kritisieren, ist für mich viel mehr Vernunftssache als Trauerarbeit und trotzdem bleibt es auch eine Lehre aus dem bisher erlebten. Und nochmals Nein, ich bin über die Geschäfte dieses und der anderen Staaten keineswegs mehr erschreckt. Ich nehme dessen kühl berechnenden Handlungen zur Kenntnis und sehe dessen Resultate für wesentlich Kennzeichnend. Vlt gelingt es mir auch hier und dort, das für mich und andere transparent zu machen. Dass mehrheitlich die emotionalen Bindungen der Menschen zum Staat der Gleichgültigkeit weichen, mit dem Resultat, dass nasse und schwere Kleidungsstück einfach abzustreifen und hinter sich zu lassen, bleibt vorerst mehr Hoffnung als Gewissheit. Das ist okay.

Freitag, 9. Juli 2010

Die nacht mit etwas schönen beginnen und den Tag damit Enden lassen

Ich schreib mal, schlaft schön und träumt was schönes. Wer in Bremen weilt, kommt vlt heute Abend im Urlaub vorbei, da legt Platten Schäbig auf. Das ist der neue coole Typ hier im Block. Nachti.

Donnerstag, 8. Juli 2010

stop playing soccer while reading this fckn blog

Bisher hab ich es aus Zeitmangel und auch Ermüdung unterlassen, diesen ganzen WM Kram zu kritisieren. Gründe hätte es genug gegeben. Alleine die Eindrücke in Berlin hätten gelangt, um eine Satzreihe zu bilden, die bei 12pt Schriftgröße, die Erde zweimal locker umrunden hätte können.

Mir ist wichtig zwei Phänomene detailiert diskutiert zu wissen.

1) Der Einschluss der real Ausgeschlossen bzw. Getrennten.

2) Wie die Frage nach der Nationalität zur Schlüsselfrage zum Gemeinverständnis wird.

Vermutung zu 1)
Das nationale Großereignis dient den real Ausgeschlossenen noch als Gefühl der Teilhabe.
Selbst in der Deplatzierung einer Nationalmannschaft, werden die real Deplatzierten noch so etwas wie Trost und Genügsamkeit schöpfen können. Wohl bekomms. Als Linker kann man sich noch nicht einmal über eine Niederlage der Nationalmannschaft freuen. 
Selbst der Puff in Neuruppin, hat in sein leuchtendes Herz die Nationalfahne eingeschlossen.

Vermutung zu 2) 
Das müsste ich eigentlich noch strukturierter Darstellen, als ich es jetzt hier vermag. Die Frage, die sich nach der Mannschaftsaufstellung am häufigsten stellt, ist die, wie es der Italiener um die Ecke (je nach Bedarf ändern), es mit seiner Nationalität hält. Hier verkehrt sich nicht selten die deklamierte Gastfreundschaft in eine Bringschuld des Gastes. (Freunde haben mich auch darauf aufmerksam gemacht, dass wenn die unterstellte Feindschaft nicht erfüllt wird, dies ebenfalls zu Verunsicherungen führt) Das die Gäste oft genug gar keine sind bzw. Gast für sich eine problematische Kategorie und dazu noch die Rolle des Nestbeschmutzers existiert, ist für mich zunächst nachgestellt zu betrachten. 
In Hannover hat diese Form der nationalen Selbstbefragung zwei Menschen das Leben gekostet.

Samstag, 26. September 2009

besser nicht wählen

















Bild kommt von [jaster]. Lohnt sich die Tags und Kommentare zu dem Bild zu lesen, LoL.

Ich schließe mich gerne dieser subtilen Botschaft an. Morgen geben wir mal wieder ein Stückchen von uns in eine Urne. Ein Stückchen vom warmen Fleisch, bis irgendwann sich der Bürger aus uns geschält hat. Vielleicht hätten ein, zwei Leute mehr diese Botschaft gelesen, wäre sie Anfang der Woche gepostet worden. Aber okay. Kurze theoretische Unterfütterung, wenn ich meinen Wahlzettel ungültig mache (schon ein bisschen mehr, als nur nicht hingehen), dann sehe ich dies nicht als eine Abstrafung für die ach so faulen Politiker, die immer nicht wollen oder können. Sondern es ist ein Ausdruck dafür, dass bezüglich der Ordnung der Individuen zueinander weit aus mehr möglich ist, als die schlechte Überantwortung des Gewissens.
Eigentlich sollte sich das Nichtwählen in einer ähnlichen Kampagne entfalten und vor allem kontinuierlicher als die Parteien Werbung aber mir fehlen dazu die Kapazitäten. Denn es wäre schon schön, wenn die braven Wahlhelfer wüssten, wieso sie einen Zettel mit einem kleinen Bild statt zwei Kreuze zurück bekommen. Ist mir auch egal, solltet ihr euer Kreuzchen, irgendwo auf diesen Friedhof stellen, aus Angst vor vier Jahre das und das. Außer in der Form der Perfidität in der das Elend vermittelt wird, ändert sich nischt. Da hilft nur Selbstermächtigung.
Und da ja keine Bewegung ohne Stars auskommt, papp ich hier noch den Dylan runter, der mir auch wurscht ist. Aber ordentlich was auf die Augen, kommt schon gut und kommt von Alaskan Eyes.

Montag, 13. Juli 2009

Vernunftssache

Die Vernunft dient nicht der Deligimation der Gefühlswelt, sondern führt sie vielmehr ihrer Bedeutung zu.

Die herkömmliche ausschließende Gegenüberstellung der beiden Kategorien, die nicht selten das Wort für die höheren (echten) Gefühle spricht, setzt die zugesprochene Bedeutung der Gefühle (im umgekehrten Fall, der Vernunft) außer Kraft.

Lasst euch nichts erzählen.