Mittwoch, 11. Mai 2011

Übers Wochenende schreiben ohne zu klagen...

ist quasi unmöglich. Die Hoffnung die Kränkungen des Arbeitsleben zu überwinden sind immer zu hoch gesteckt. 
Die Kondition zum Saufen hat er nicht. Aber trotzdem brennt der Wunsch der Selbstauslöschung. Das Selbst, das mehr oder minder gut in der Woche die Triebbefriedigung im Zaum hält, wird dem Opferfeuer der Vergnügung dargebracht. Aber die meisten Flammen sind eben nicht heiss genug um dem Selbst ein Ende zu bereiten.
Also macht er sich auf den Weg durch die Straßen der Stadt, um nach einen passenden Hochofen zu suchen.
Bob Log III ohne Freunde. Niemand tanzt ausgelassen. Die Temperatur reicht noch nicht einmal zum Wasser warm machen.
Er fragt sich warum. Ist die Musik zu alt oder ist sie zu neu? Seiner Meinung nach verlangt sie nach Schweiß und Körper die sich im Takt aneinander reiben. Männer und Männer, Frauen und Frauen,  Frauen und Männer. Bob lockt die Rock Fraktion. Die Frau scheint hier noch ganz die Beigabe zum ganzen Kerl zu sein. 
Er denkt an Seymour aus Ghost World. Bob Log III ist eigentlich ja auch ein Blueser und viel weniger Rock als seine Fans. Er stellt Vergleiche zu Bob und den Existentialisten an. Die hießen in Amerika Beatniks. Aber das ist schon arg weit hergeholt.
Bob ist zu allen nett. Die Regeln des Kulturmarktes. Bremen ich komme wieder. Einige sind begeistert. Die CD, das Shirt.
Die Musik Journalisten packen Bob wohl in die Blueshammer Ecke. Als wenn Charlie Patton es noch bringen würde. Charlie Patton ist tot. Leider oder besser so. Bob Log jedenfalls macht eine Erneuerung des Blues, welche in ihrer scheinbaren Simplizität der Wiederholungen an eben jene reiche Musikgeschichte anschließt. Auf der Performance Ebene wird gleichwohl an eine aktuellere Popgeschichte angedockt. Deswegen sind auch die ganzen Rocker da. Nee er hat gar nichts gegen Rocker.
Also weiter.
Im Fehrfeld wird zu Pop der Sorte Eins getanzt. Die Poplinke verwechselt mal wieder Identitätsangebote der Kulturindustrie mit einem erweiterten Praxisbegriff. Er hälts im Kopf nicht aus. Draußen ist´s kühl, drinnen wars zu cool. 
Ab zum Wagenplatz. In einem Holzverschlag läuft Hardcore Techno. Hippies und Crusts tanzen. Nee am Anfang war keiner in der Hütte. Mainstage gibst auch bei der Subkultur. Von Minimal über darken Dubstep, Drum´n´Drill, Jungle zu Hardcore Techno. Er läuft von A nach B. Auch Leute die er kennt. Nicht so viele. Aber die Stimmung entspannt, das Weltbild entzerrt sich.
Heute weiß er das die Leute vom Wagenplatz krasse Autos fahren. Manche.
Den Abschluss im Holzverschlag. Er wollte nur Tschüss sagen aber ihn überkommt der Wahnsinn. Das eigentliche Glück setzt erst zu Hause ein. Die über die Kamera eingefangenen Momente stellen ein Surogat des Erlebten dar. Sie sind scharfgestellt auf die Essenz. In den Gesichtern der anderen den Glücksmoment der Ekstase zu beobachten, das zurückdrängen der Leiblichkeit, es versetzt ihn in eine nachgeholte Euphorie. Er kann sich die Filme immer wieder anschauen. Er entdeckt immer wieder neue unbeobachtete Momente.
Bob Log III | Bremen| 2011.07.05

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