Larkin GrimmVon guten Konzerten wird einem meist erst im nach herein erzählt. Das liegt vielleicht im Sinn der Sache. So vorgekommen bei Larkin Grimm. Verpasst. Sie in Berlin. Ich nicht mehr. Folk steht gewöhnlich bei mir nicht an erster Stelle.
Die Religiosität und der Echtheitsmythos ist mir nicht angenehm.
Wenn über New Folk gesprochen wird, dann selten über deren Religiosität.
Das es daran etwas zu kritisieren gäbe, wird immer unten abgeschnitten.
Auch ich werde diese Nicht-Debatte hier nicht ausbreiten. Ich möchte kurz über Larkin Grimm schreiben. Vielmehr ihre Musik. Die rangiert bei mir Momentan eben doch sehr weit oben. Der Gesang pendelt zwischen Kate Bush und Nico. Diesen Vergleich werden mir viele übel nehmen. Ich meine das aber ganz ernst, vor allem aber lobend. Die Instrumentierung ist sehr schmal. Ich mag das. Nebengeräusche und Raumklängen wird viel Platz gegeben. Das hab ich so schön das letzte mal auf der Master and Everyone gehört. Die Verspieltheit erinnert gelegentlich an CocoRosie aber auch Moldy Peaches. Diese Bezüge, bevor sie anfangen zu nerven, werden aber schnell durch Larkins Faible für Disharmonien und Arithmetiken/Durchrythmisierung gebrochen. In der Variationen dieser Stilmittel – die zum einen für Natürlichkeit zum anderen für Künstlichkeit stehen – entsteht das Spannungsfeld von gespielter Natürlichkeit (der Entmystifizierung von Natur) oder eben doch dem Versuch der Einlösung von Wahrheit in Natur. Zu welcher Seite dieser Bogen ausschlägt, liegt wahrscheinlich nicht zuletzt in dem, was der Hörer hineingeben möchte. Tatsächlich bilden diese Geräusche manchmal eine weitere Geschichte innerhalb des Songs(i am eating your deathly dreams). Diese Form der Komplexität ist bei weitem nicht selbstverständlich. Nun erwartet einen aber auch nicht Neue Musik, vielmehr dessen Amalgamierung im Pop. Wenn das denn geht.
Das sich Disharmonischer Gesang, instrumentale Harmonieführung und deren Verkehrung oder auch disharmonischer und melodiöser Gesang sich abwechselnd ergänzen, ist auffällig. Auffälligkeit soll auch mit der Person Larkin Grimm zusammen fallen. Das müssen aber diejenigen beurteilen, die sie live gesehen haben. Unter anderem in Berlin. this music kicks.
(Komisch, das mir going out am besten gefällt.)
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